Links Garda, rechts Ledro

Die Golden Trail World Series (GTWS) sind eine der prominentesten Laufserien im Trailrunning – doch der große Sieger im Ledro-Tal im nördlichen Trentino ist die Natur. Ein Lokalaugenscheint.

(Egon Theiner) Am Ende stehen Elhousine Elazzaoui aus Marokko und Caroline Kimutai aus Kenia gemeinsam auf der Ziellinie der zweiten Station der GTWS, zu der auch Rennen wie Zegama-Aizkorri in Spanien oder Sierre-Zinal in der Schweiz zählen. Die Frauen waren 20 Minuten vor den Männern gestartet, soll heißen, wenn Elazzaoui etwas weniger als zwei Stunden benötigte, so war Kimutai in rund 2:15 Stunden im Ziel. Und das für eine Strecke die 21 Kilometer lang ist und knapp 1800 Höhenmeter mit steilen Aufstiegen und technisch schwierigen Downhills aufweist – ein Wahnsinn!

Doch wer es etwas gelassener angeht (und dementsprechend länger braucht), der bekommt auch mehr mit von dieser wunderbaren Runde. Start und Ziel liegen in Pieve di Ledro, direkt am fünf Kilometer langen, tiefblauen Ledrosee, der schon allein eine Reise in dieses Tal wert wäre. Dann geht es durch Wald und über Wiesen dorthin, wo der technische Teil beginnt, der etwas Trittsicherheit verlangt, aber bei moderater Geschwindigkeit als nicht gefährlich bezeichnet werden kann.

In einem ständigen Auf und Ab geht es über die Bergkämme und Grate (die sogenannten greste) zu den Gipfeln: Cima d'Oro, Cima Sclapa und Cima Parì. Die Aussicht dorrt oben ist an einem schönen Tag einfach nur umwerfend: Zu rechter Hand blickt man auf den Lago di Ledro, zur linken auf den Gardasee – und oberhalb ist nur der Himmel. Zeit zum Verweilen sollte eingeplant werden, im Rennen geht es allerdings quasi in der direttissima wieder hinunter ins Tal, über technische Single-Trails und durch die Ruinen der austro-ungarischen Stellungen des Ersten Weltkriegs. Die Österreicher hatten sich auf dieser Seite des Sees verbarrikadiert, die Italiener auf der gegenüberliegenden.

Die Natur und die Aussicht sind umwerfend. Die Menschen, die an der Strecke anfeuern und im Ziel feiern, leben unglaubliche Euphorie und Herzlichkeit. Und die Qualität des Starterfeldes ist kaum zu toppen. „Wir würden uns wünschen, dass der Ledro Sky Trentino zu einer fixen Etappe im Kalender wird“, sagt GTWS-Manger Greg Vollet. Dem kann man sich nur anschließen!

 

Webtipp:

www.gardatrentino.it

www.ledrosky.it

www.goldentrailseries.com

 

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